Haarentfernung mit dem Faden

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Als ich Sommer im Urlaub in Marokko war, wollte ich unbedingt auch einmal einen der dortigen Kosmetiksalons besuchen und herausfinden, ob ich dort irgendwelche Beauty-Geheimnisse entdecken würde und ob man mich ansatzweise in eine orientalische Schönheit verwandeln könnte.

Während eine dunkelhaarige Gazelle noch damit beschäftigt war, meine Haare zu shamponieren, sah ich aus dem Augenwinkel, wie die Dame im Stuhl neben mir sich mit einem Faden den feinen Flaum aus dem Gesicht entfernen ließ, bis ihr Gesicht strahlte und kein einziges Härchen ihren nun makellosen Teint verunstaltete. Das wollte ich auch unbedingt einmal ausprobieren und habe das Wagnis unternommen!

Die Methode, die Haare mittels eines Fadens zu entfernen, ist uralt und stammt aus dem Orient. Sie ist unter dem Namen „Band Andazi Methode“ bekannt. Heute noch wird sie in arabischen Ländern, auch in der Türkei, in Indien und Pakistan angewendet, denn sie ist exakt, effektiv, nachhaltig, nicht besonders zeitaufwändig und äußerst preisgünstig – man braucht nur einen Bindfaden. Sie nutzt keine chemischen Substanzen, die die Haut schädigen oder Allergien hervorrufen könnten. Die nach der Behandlung vielleicht auftretenden Rötungen sind in der Regel nach etwa 30 Minuten verschwunden – das kommt sehr auf den Hauttyp und die Empfindlichkeit an.

Mit dieser Methode lassen sich unliebsame Härchen im Gesicht, beispielsweise am Kinn oder auf der Oberlippe, punktgenau entfernen und es dauert je nach Typ drei bis vier Wochen, bis sie wieder nachgewachsen sind.
Auch für eine exakte Augenbrauenlinie ist diese Methode ideal. Eine Pinzette eignet sich zwar sehr gut dafür, einzelnen Haaren den Garaus zu machen. Aber um eine exakte Augenbrauenlinie hinzubekommen oder den feinen Flaum über der Oberlippe zu entfernen ist sie nicht besonders geeignet.

Das geht viel besser mit dem Faden, mit dem man, wenn man den Dreh raus hat, punktgenau arbeiten kann. Auch für kleinere Flächen ist er ideal, denn man erwischt mit ihm auch feinste Härchen, die die Pinzette nicht greifen kann. Größere Flächen, beispielsweise die Beine, damit zu bearbeiten, braucht allerdings ziemlich viel Geduld und Zeit – hier würde ich doch eher einen elektrischen Epilierer oder eine andere Methode empfehlen.

Zurück nach Marokko: Vermittels der Zeichensprache bedeutete ich meiner Gazelle, nachdem sie meine Haare mit Fön, Glätteisen und Haarwachs in eine seidig fließende Mähne verwandelt hatte, dass ich auch eine Gesichtsepilation wünschte. Lächelnd holte sie eine Rolle Nähgarn, riss energisch ein Stück Faden ab, verknotete ihn und zwirbelte ihn schneller als ich zuschauen konnte, um ihre Hände. Dann begann sie mit ihrer Arbeit. Zuerst die Stirn! Toll, das tut ja überhaupt nicht weh, schoss es mir durch den Kopf und ich fing schon an, mich zu entspannen, als ein jähes Ziepen an den Schläfen mich aus meinen Gedanken riss. Uh – das war schon ziemlich unangenehm! Mir schossen die Tränen in die Augen, aber glücklicherweise verstand die Dame ihr Handwerk und arbeitete sich schnell zu den Wangen vor.
Das war wiederum gut auszuhalten. So arbeitete sich die Lady durch mein ganzes Gesicht und in etwa 10 Minuten war sie fertig. Am Ende wurde ich noch mit einer Gesichtsmassage mit einer beruhigenden Creme verwöhnt, und als ich aus dem Studio kam, war die anfängliche Rötung schon fast vollständig verschwunden. Dafür war mein Gesicht glatt wie ein Babypopo.

Ich war so begeistert von dem Ergebnis, dass ich versucht habe, die Technik zu lernen um sie zuhause selbst anzuwenden. Um es gleich vorneweg zu sagen: Sie erfordert ziemlich viel Fingerfertigkeit und Übung. Wenn du geduldig bist, kannst du versuchen, sie dir anzueignen.

Zuerst einmal habe ich einen etwa 40 Zentimeter langen Bindfaden genommen und die Enden verknotet. Den Faden habe ich zwischen Daumen und Zeigefinger der beiden Hände gespannt, so dass sich ein Rechteck ergeben hat. Dann habe ich meine rechte Hand ein paarmal im Uhrzeigersinn gedreht – die linke hat sich nicht bewegt – so dass der Faden in der Mitte des Rechtecks mehrmals um sich selbst gezwirbelt wurde. Dann habe ich den Daumen und Zeigefinger der rechten Hand langsam auseinandergezogen, so dass sich die gezwirbelte Stelle nach links bewegt hat. Umgekehrt bewegt sich die Stelle nach rechts, wenn man die Finger der linken Hand langsam öffnet. Wenn man den Faden dabei direkt auf die Haut auflegt, nimmt die gezwirbelte Stelle beim Hin- und Hergleiten die Härchen auf und reißt sie aus. Durch längeres Üben auf dem Oberschenkel konnte ich dort tatsächlich einen gewissen Erfolg verbuchen.

Ich bin dann mutiger geworden und habe die Methode auf der Partie zwischen Mund und Nase ausprobiert, wo bei mir ein paar Härchen sprießen. Man sieht sie kaum, aber trotzdem stören sie mich. Mit etwas Rumhantieren funktionierte es, insbesondere, als ich mit der Zunge von innen her ein bisschen nachgeholfen und gedrückt habe, so dass die Haut gespannt wurde. Allerdings war ich mit dem Zwirbeln zu langsam, es tat ziemlich weh, obendrein riss mir der Faden mehrmals – nein, ich glaube, das ist nichts für mich. Und an die Augenbrauen traue ich mich schon gar nicht, denn ich will ja eine schöne Form erhalten und nicht wie ein Idiot aussehen.
Ich glaube, ich überlasse das lieber einem Profi. In der Stadt gibt es eine Menge türkische Kosmetiksalons oder Friseure, bei denen die Behandlung etwa 5 Euro kostet – bei dem Preis kann man wirklich nicht meckern.

Fazit: Die Band Andazi Methode ist toll, um unliebsame einzelne Härchen oder einen kleinen Flaum aus dem Gesicht zu entfernen. Allerdings muss man sehr geübt sein, um sie richtig anwenden zu können. Ich persönlich lasse dafür lieber die Profis in einem Studio ran.

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