Wenn das Sherlock Holmes gewußt hätte:
DNA Haaranalyse in der Kriminaltechnik

Da wir uns hier vornehmlich mit Haarentfernung beschäftigen, freut es uns normalerweise, wenn wir unschöne Haare an den „falschen Stellen“ los werden. Aber es gibt auch Zeitgenossen, die sich gar nicht freuen, wenn sie Haare verlieren. Nämlich Täter am Tatort. Und das ist auch gut so. Und da es ein spannendes Thema ist, blicken wir gern mal über den Tellerrand. Erfahre hier alles über die DNA Haaranalyse!

Ein Haar in der Suppe zu finden ist für den normalen Menschen eher unangenehm. Für Forensiker und Spurensicherer ist ein Haar am Tatort ein Glücksmoment. Denn dann hat der Täter oder die Täterin sozusagen eine Visitenkarte zurückgelassen. Wir kennen das aus den amerikanischen Serien, bei denen dann der Täter durch die kleinste Hinterlassenschaft bereits überführt ist. Auch in deutschen Krimis ist die DNA-Analyse von Haaren bereits Routine. Und nicht nur da. Selbstverständlich ist auch in der realen Kriminaltechnik die DNA Haaranalyse zu einem der wichtigsten Werkzeuge bei der Aufklärung von Verbrechen geworden.

Was ist die DNA Haaranalyse?

Jede unserer Zellen trägt einen Bauplan in sich, in dem alle Informationen über unseren Körper und unserer Gene gespeichert sind. Dieser Bauplan hat einen Namen: Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt DNA. Diese Erbinformationen sind einzigartige Merkmale, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Sie finden sich natürlich auch in den Zellen unserer Haare. Somit kann durch ein einziges Haar die DNA desjenigen bestimmt werden, der es verloren hat. Dies ist ein komplizierter Vorgang, der viel Laborzeit in Anspruch nimmt.

Die Haarwurzel ist wichtig

Ein entscheidender Faktor dabei ist, dass ein Haar ohne seine Haarwurzel für eine DNA-Analyse praktisch nichts wert ist. Denn ist ein Haar einmal ausgefallen, ist es tot und die Zellen ebenso. Abgeschnittenes Haar ist also untauglich. Einzig die Haarwurzel enthält DNA. Du kannst Dir vorstellen, dass die Menge sehr gering ist in einer kleinen Haarwurzel. Deshalb muss diese kleine Menge erst einmal reproduziert werden. Hierfür werden aufwendig einzelne Bereiche der DNA angeschaut, nämlich die Gene. Zwischen den einzelnen Genen sind Abschnitte, die unterschiedlich lang sind. Die Länge zwischen den Abschnitten ist bei jedem Menschen anders. Dann legt man zwei DNA-Bilder aufeinander. Sie sehen aus wie Röntgenbilder. Stimmen die Abschnitte überein, dann freut sich der Kommissar. Treffer! Sogenannte Gen-Datenbanken speichern genau die Abstände zwischen den einzelnen Genen der DNA.

DNA Spuren – Gestern und Heute

Sherlock Holmes hätte noch schneller seine Fälle lösen können, wenn es zu seiner Zeit diese Art der Forensik (Sammelbegriff für die Arbeitsbereiche, in denen kriminelle Handlungen identifiziert, analysiert und rekonstruiert werden) bereits gegeben hätte. Die Struktur des Erbgutes, also der DNA, wurde aber erst 1953 entdeckt. Bis diese Entschlüsselung allerdings zur Auflösung von Verbrechen genutzt wurde, gingen nochmals über 30 Jahre ins Land. Im Jahr 1988 wurde in Deutschland die DNA-Analyse zum ersten Mal in einem Strafprozess vor Gericht als Beweis anerkannt.

Das Haar als Indiz

Es scheint aber so zu sein, dass alleine dieser genetische Abgleich für einen Schuldspruch nicht ausreicht. Vor Gericht gilt das nur als Indiz. Es muss zusammen mit anderen Verdachtsmomenten und Beweisen zu einem Ganzen gefügt werden. Erst dann gibt es ein Urteil. Ein Indiz (lat. von indicium, Anzeichen) ist also eine Tatsache, die nicht direkt als Beweis für eine Straftat steht, aber auf diese schließen lässt.
Oft ist aber genau dieses eine Indiz das Zünglein an der Waage. Deshalb bewahrt man in Mordfällen die Kleidung der Opfer und auch am Tatort gefundene Haare auf. Denn Mord verjährt nicht. Seit die Technik im Bereich genetischer Fingerabdruck soweit fortgeschritten ist, holt man inzwischen auch oft alte Fälle wieder hervor und gleicht sie ab mit anderen DNA-Spuren. Dies hat schon in mehreren Fällen zu Verhaftungen geführt in Mordfällen, die 20 oder 30 Jahre zurückliegen.

Das Haar wars…

Bevor die Genetik ins Spiel kam, wurden Haare zwar auch untersucht, aber die Haaranalysen erschöpften sich auf Untersuchungen unter dem Mikroskop. Die waren recht ungenau. Das verlorene Haar konnte dennoch Täter überführen, die sonst davon gekommen wären. In Deutschland ist dies erstmalig im Jahr 2001 gelungen. Der Fall des 1991 ermordeten Treuhandchefs Detlef Karsten Rohwedder wurde durch DNA Haaranalyse aufgeklärt. Haare, die am Tatort gefunden wurden, wurden zehn Jahre später genetisch untersucht, und die DNA konnte dem mutmaßlichen RAF-Mitglied Wolfgang Grams zugeordnet werden.
Ziemlich tragisch wird es, wenn ein bereits hingerichteter Mann nachträglich freigesprochen wird, weil das Haar, welches an der Leiche gefunden wurde, mit der neuesten forensischen Technik untersucht, gar nicht seines sein konnte. So geschehen in Australien im Jahr 2008. Der im Jahr 1921 hingerichtete Colin Ross wurde posthum rehabilitiert.
In den USA werden seit einigen Jahren alte Fälle, die noch auf einer Haaruntersuchung ohne DNA-Analyse basierten, neu untersucht. In einigen Fällen konnte durch die neue Haaruntersuchung die Unschuld einiger Verurteilter bewiesen werden.

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