Löwenmensch? Affenfrau? Hypertrichose!

Löwenmensch oder Affenfrau: So hießen die Menschen, die aufgrund ihrer übermäßigen Behaarung früher auf Jahrmärkten zur Schau gestellt wurden. Doch dahinter verbirgt sich ein ganz handfestes medizinisches Leiden. Hypertrichose lautet die Bezeichnung für krankhaften Haarwuchs an Stellen, wo normalerweise keine oder wenig Haare sind.

Im Gegensatz zu Hirsutismus, also männerähnlicher Haarwuchs bei Frauen, ist Hypertrichose ein geschlechterübergreifender Begriff. Das bedeutet, dass auch Männer davon betroffen sein können. Hypertrichose bezeichnet daher ganz allgemein übermäßigen Haarwuchs.
Doch der medizinische Begriff ist nur eine Seite. Die andere Seite sind die Schicksale und Tragödien der Betroffenen. Möglicherweise rührt auch die Sage vom Wolfsmenschen daher.

Hypertrichose: Krankheit und Symptome

Hypertrichose kann an einzelnen Stellen auftreten, oder auch großflächig am ganzen Körper. Die Medizin geht heute davon aus, dass die Krankheit vererbt wird. Es ist gibt also keine hormonellen Ursachen. Auch gibt es Theorien, die bestimmte Medikamente als Auslöser sehen.
Hypertrichose in der angeborenen Form ist aber äußerst selten. Entsprechend stiefmütterlich wird die Krankheit von der Medizin behandelt. Mehr als die üblichen Haarentfernungs-Methoden (Rasieren, Laser etc.) sind eigentlich nicht bekannt.

Zur Schau gestellte Jahrmarktsattraktion

Die Betroffenen dienten früher zur Belustigung an feudalen Höfen oder auf Jahrmärkten. Eine andere Möglichkeit ihr Leben zu fristen hatten die bedauernswerten Menschen damals kaum. Ein Beispiel hierfür ist Julia Pastrana, die als Affenfrau im 19. Jahrhundert bekannt war. Oder Stephan Bibrowsky, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Lionel der Löwenmensch im Zirkus auftrat.
Tragisch an diesen Fällen ist, dass beide jeweils einen „Agenten“ hatten. Wenn man das überhaupt so nennen kann. Denn dieser war jemand, der aus dem Leid und der Abhängigkeit dieser Personen Kapital schlug, indem sie vermarktet wurden. Julia heirate sogar ihren „Vermarkter“, einen gewissen Theodore Lent. Dieser hatte nach ihrem Tod dann auch nichts Besseres zu tun, als ihren Körper für medizinischen Zwecke untersuchen zu lassen, und dann als Mumie auszustellen.

Rührt der Werwolf-Mythos daher?

Ob die Werwolf Sage mit Hypertrichose zusammenhängt, kann durchaus vermutet werden. Der Mann, der sich über Nacht in ein wolfsähnliches Tier verwandelt, ist ja als Mythos weltweit verbreitet. Wobei im Mittelalter die Stigmatisierung der Betroffenen noch weitaus grausamer war. In den sogenannten Werwolfsprozessen wurden viele der Werwolfsverwandlung angeklagt und hingerichtet.
Fakt ist: Medizinische Gründe für krankhaften Haarwuchs, oder gar Abhilfe, waren früher unbekannt. Da konnten solch irre Spekulationen natürlich gedeihen.

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