Wenn Papa zweifelt: Vaterschaftstest mit Haaren

Das Horrorszenario für viele Männer: Mann wird endlich Papa, doch auf einmal kommen Zweifel. Das Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit mir. Und überhaupt: Hatte die Partnerin nicht letztens diesen Flirt? Die Zweifel nagen immer stärker. Klarheit in einer solchen Situation erhoffen sich viele Väter durch einen Vaterschaftstest.

Am häufigsten wird hierzulande der Vaterschaftstest mit Haaren durchgeführt. Das mag daran liegen, dass es sehr einfach ist, an ein Haar des Kindes zu kommen. Nur: Ist das überhaupt erlaubt ohne Einverständnis der Partnerin? Wie funktioniert das Ganze, und was kostet ein Vaterschaftstest? Alle Antworten hier.

Die Methoden

Beim Vaterschaftstest wird analysiert, ob die DNA des Kindes mit der des Vaters übereinstimmt. Ein spezielles Labor nimmt diese Untersuchungen vor. Neben der Bestimmung der Vaterschaft über die Haare lässt sich auch durch eine Probe-Entnahme der Mundschleimhaut oder über Blutproben dieser Gentest durchführen.

Der Ablauf: Haar ist nicht gleich Haar

Um einen Vaterschaftstest mithilfe von Haaren machen zu lassen, benötigt man nicht bloß eine abgeschnittene Locke oder Ähnliches. Von Bedeutung für die DNA-Analyse ist nämlich die Haarwurzel. Nur dort ist verwendbares Erbmaterial zu finden. Benötigt wird also ein Haar des zu vergleichend Vaters, sowie des Kindes. Am besten sogar mehrere Haare. Solltest du die Haare einer Bürste entnehmen, achte darauf, dass kein anderer diese verwendet hat. Desinfiziere deine Hände vorher gründlich und reinige sie mit Seife. Zudem sollten die entnommenen Haare nicht zu alt sein. Dann kommt die Probe ins Labor.

Irrtum (so gut wie) ausgeschlossen

Im Labor angekommen, wird zunächst nach verwertbarer DNA gesucht. Die Wahrscheinlichkeit, genügend verwendbare DNA in Haaren zu finden, liegt bei 80-90 Prozent. Ohne DNA kann auch kein Test durchgeführt werden. Der Standard-DNA-Test sagt mit einer Genauigkeit von 99,999 Prozent, ob die beiden zu testenden Personen genetisch verwandt sind. Ein Irrtum ist nicht ganz ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch verschwindend gering.

Wo kann man einen Vaterschaftstest machen lassen?

Ein solcher Test lässt sich sogar bequem von zuhause aus machen. Du benötigst dafür lediglich zwei Behälter, in welchen du die Haarproben sicher verwahren kannst. Beschrifte sie am besten mit deinem Namen und dem des Kindes. So können die Proben später leicht zugeordnet werden. Anschließend schickst Du die Proben in ein Labor, damit sie analysiert werden. Die Ergebnisse liegen nach relativ kurzer Zeit vor. Alternativ bieten auch einige Krankenhäuser den Service, die Haarproben zu entnehmen und daraufhin im eigenen Labor auszuwerten.

Vaterschaftstest Kosten

Die Kosten für einen Vaterschaftstest sind in den vergangenen Jahren stark gesunken, da die Prozedur heute Routine ist. Man kann sogar einen Vaterschaftstest kaufen; ob im Internet oder in einer Apotheke. Dabei variiert der Preis jedoch je nach Anbieter und Aufwand sehr stark. Im Allgemeinen kann man sagen, dass circa. 150-400 Euro für diesen Test aufgebracht werden müssen. Bevor du dich entscheidest, einen Test machen zu lassen, solltest du gründlich alle Angebote und Leistungen vergleichen.

Sind heimliche Vaterschaftstests erlaubt?

Auf diese Frage gibt es eine ganz klare Antwort: Nein. Hier in Deutschland braucht man die Zustimmung aller Beteiligten; also vom Mann, von der Frau sowie vom Kind. Durch Unterschriften müssen sie bestötigen, dass sie ihr Einverständnis gegeben haben. Diese Regelung gibt es, da man einen Vaterschaftstest als gravierenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte betrachtet.

Gesetze und Rechtliches

Wird gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen, drohen Geldstrafen. Ein solches Vergehen wird als Ordnungswidrigkeit geahndet und kann unter Umständen mit bis zu 5000 Euro bestraft werden. Übrigens: Nicht nur Privatpersonen können hier zur Rechenschaft gezogen werden. Auch Labore, die den Test ohne Einwilligung durchgeführt haben, werden zur Kasse gebeten. Hier kann die Summe deutlich höher liegen.
Man unterscheidet zudem noch zwischen privatem und rechtlichem Vaterschaftstest. Beide haben die gleiche Erfolgswahrscheinlichkeit. Allerdings ist nur der rechtliche Test auch vor Gericht gültig. Im Unterschied zum privaten Vaterschaftstest muss hier bei der Entnahme der Haarproben ein Zeuge anwesend sein.
Stellt sich bei dem Test heraus, dass der Mann nicht der biologische Vater des Kindes ist, kann die Vaterschaft per Gerichtsbeschluss aufgehoben werden. Der Vater ist gegenüber dem Kind zu nichts mehr verpflichtet, die rechtlichen Beziehungen werden aufgehoben.

Biologische Vaterschaft ist eine Sache…

… die soziale Vaterschaft eine andere. Denke daran: Es geht nicht nur um dich, sondern immer auch um ein Kind. Es mag für Dich als Vater gut sein, wenn Zweifel ausgeräumt sind. Inwieweit diese neue Gewissheit auch für ein Kind gut ist, lässt sich leider nicht immer so einfach beantworten.

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